Fun-Sport-Festival
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Nervenkitzel über dem Fühlinger See, am 06.09.2004
Beim Betreten der wackligen Gondel vergeht den meisten das Lachen. 50
Meter zieht der Kran die kleine Plattform in die Höhe. Die Anweisung des
Sprunghelfers ist freundlich, aber bestimmt: „Ich zähle jetzt bis drei,
dann springst du.“ Es folgt ein langer, lauter Schrei . . .
Trotz aller Attraktionen, die das erste Kölner Fun-Sport-Festival am Wochenende seinen Besuchern bot - der Sprung am Bungeeseil in die Tiefe bleibt unbestritten Spitzenreiter auf der Angstskala des Extremsports. Das beweisen die Reaktionen nach dem gesicherten Sturz in den Abgrund: Rote Wangen, stark geweitete Augen, ein unsicherer Gang verrät die Mutigen. Erstaunlich gelassen hingegen hat die 24-jährige Nicole Nause aus Erkelenz ihren Sprung verkraftet. Kaum sind ihr die Fußbinden abgenommen, will sie weiter zur nächsten Attraktion. Da war Routine mit im Spiel: „Ich bin vorher schon einmal gesprungen.“ Dass sich dabei um seine Sicherheit niemand sorgen muss, betont Bungeestand-Betreiber Stefan Roos. „Jeder Teilnehmer wird vorher zwei Mal gewogen. Das Seil wird dann je nach individuellem Gewicht eingestellt.“ Die Regattainsel am Fühlinger See war am Wochenende übersät mit oftmals ziemlich eigentümlich wirkenden Sportgeräten, die ihre Benutzer zumeist in einem kurzweiligen Adrenalinrausch versetzten. Der Nervenkitzel für die ganze Familie kostet die Besucher 13 Euro pro Tag. „Die Geräte sieht man sonst nur vereinzelt auf Stadtfesten stehen“, sagt Mitveranstalter Karl-Heinz Brózi. Eine derartige Ansammlung habe es in Deutschland wohl noch nicht gegeben. Rund 8000 vornehmlich junge Besucher sahen es ähnlich und wollten das Spektakel nicht verpassen. Besonders beliebt und in mehrfacher Ausfertigung vorhanden waren die Gerät aus rotierenden Stahlringen, in dem sich die Besucher einspannen lassen und dann in alle erdenklichen Richtungen gedreht werden. Beinahe so viel Aufsehen wie der Bungeesprung aber erregte eine Konstruktion bestehend aus zwei Baukränen: Drei wagemutige Teilnehmer hängen wie in einem Gleitdrachen nebeneinander an einem der Kräne. Der zweite Kran zieht die Menschenschaukel auf 50 Meter Höhe und lässt sie dann mit einem Mal schwerelos über das Gelände sausen. Mehr Praxis hingegen erfordert der „Air Power“. Nicht jedem Teilnehmer gelang es auf Anhieb, sich von dem 180 Stundenkilometer schnellen Luftstrom in die Höhe tragen zu lassen. Extremsport bleibt eben manchmal doch extrem.
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