Bericht aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 31.05.2005

 

Teamarbeit auf Rollen



Zum ersten Mal waren die Schüler-, Jugend- und Juniorenwettbewerbe offizielle Landesmeisterschaften.

Fühlingen - Am Ende entschieden Millimeter. Akrobatisch schoben die Speedskater beim Schlussspurt, bei dem sie fast 60 Stundenkilometer schnell waren, den einen Fuß der Ziellinie entgegen und machten dabei fast einen Spagat. „Es zählt die vorderste Rolle am Boden“, sagte Hanspeter Detmer. Er ist der Hauptverantwortliche von „Inline in Colonia“, das der Speed Skater Club Kölner Rollmöpse zum sechsten Mal ausrichtete. Insgesamt kamen rund 400 Teilnehmer aus ganz Deutschland an den Fühlinger See und rollten bei verschiedenen Wettbewerben dem Ziel entgegen. Inzwischen ist „Inline in Colonia“ eine der größten reinen Speedskating-Veranstaltungen in NRW.

„Der Kurs ist sehr anspruchsvoll“, sagte Andy Jamaer, Skater bei den Rollmöpsen. Vor allem bei den zwei Spitzkehren machte so mancher Inliner unliebsame Bekanntschaft mit dem Kölner Asphalt. Bei den beiden scharfen Kurven gingen die knapp 250 Teilnehmer des Breitensport-Rennens auf Nummer sicher und passierten die Stelle behutsam. Beim Höhepunkt der Wettbewerbe, dem Mannschaftszeitfahren, konnten sich Anfänger abgucken, wie es schneller geht. Männer und Frauen starteten in getrennten Rennen. Im Formationsflug rasten die acht Fahrer eines jeden Teams über die Strecke. „Man muss den Windschatten optimal nutzen“, so Jamaer. Deshalb fuhren die Skater in gebeugter Haltung wie an einer Perlenkette hintereinander her, um dem Wind möglichst wenig Widerstand zu bieten. Das alles auf federleichten, maßgeschneiderten Inline-Skates, die rund 1500 Euro kosten. „Aber Anfänger kommen auch mit 250 Euro hin“, beruhigt Jamaer.

Organisator Detmer freute sich besonders über die vielen Kinder und Jugendlichen: Fast ein Viertel der Teilnehmer war unter 17 Jahren alt. „Viel mehr als wir erwartet haben“, so Detmer, „sie sind die Zukunft unseres Sports.“ Und diese „Zukunft“ räumte für die Kölner Rollmöpse bei ihrem Heimrennen auch sogleich einige Siege ab. In der Klasse der Schüler A gewann Sören Laga. Ebenfalls vom Kölner Verein ist Laura Goray, die sich bei den Jugendlichen durchsetzte. Die beiden dürfen sich nun NRW-Meister in ihren Altersklassen nennen, denn erstmals bei „Inline in Colonia“ galten die Schüler-, Jugend- und Junioren-Rennen offiziell als Wettbewerbe um die Landesmeisterschaften.

Die personelle Zukunft des Speedskatings scheint also gesichert, bei der sportlichen gibt es jedoch noch ein bislang unerfülltes Ziel. „Unser Sport klopft an die olympische Tür“, erklärte Detmer. Bei den Spielen im Jahr 2012, die noch an keinen Austragungsort vergeben wurden, hofft er, dass Speedskater unter den olympischen Ringen rollen.

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