Mittelalterlich Spectaculum

www.Spectaculum.de

am 24. + 25. August 2010



Kölner Wochenspiegel vom 07.08.2007

Als die SMS noch von einem Falken übertragen wurde

Rund 1.000 Ritter sorgen für hochmittelalterliches Treiben beim "Spectaculum" am Fühlinger See

Geld oder Leben: Eduard von Sonneberg alias Edwin Ball, wird bedroht von treulosen Söldnern. (Foto: kgb)



Fühlingen - "So klappert mit euren Händen und ich werde euch von euren Steuern befreien", ruft der Marktvogt Eduard von Sonneberg (Edwin Ball) aus dem Heroldsturm heraus, zur Eröffnung des 3. Mittelalterlichen Spectaculum am Fühlinger See. Das Gelände rund um die Freizeitinsel ist ganz in die Hände von knapp 1.000 Rittern, Söldnern, Bogenschützen, Knappen, Fürsten, Gauklern, Narren, Musikern und Händlern gefallen.
An zwei Tagen konnten die Besucher hinein ins Hochmittelalter verzaubert werden. Vor etwa 500 Jahren, als die Nachrichten nicht von einem Handy via SMS zugesandt, sondern von einem Falken übermittelt wurden, Drachen an jeder Ecke lungerten und die Pest Unheil über das Volk brachte, war alles spannender.
So zumindest findet es der neunjährige Florian: "Als Ritter könnte mir keiner was und ich hätte jeden Tag ein neues Abenteuer zu bestreiten." Dementsprechend beliebt bei den kleinen Besuchern waren die Ritterspiele. Die eisernen Männer in ihren Rüstungen kämpften in einem Turnier um die Gunst der Königin. Ebenfalls beeindruckend die Falkenshow. Greifvögel, Pferde und Wolfshunde präsentierten in der "Falk Arena" ein tierisches Erlebnis. "Jeder Ritter, der damals auf sich etwas hielt, hatte einen Falken an seiner Seite, um wichtige Nachrichten zu versenden", erklärt ein Artist.
Doch einer der größten Höhepunkte war gegen Mitternacht der "große Pestumzug". Fackeln und Kerzen beleuchteten den See, und der Marktvogt verkündete den Ausbruch der tödlichen Seuche. Über 100 Künstler und Artisten, verkleidete Händler, Mägde und Gaukler versammelten sich rundum den Heroldsturm und zeigten ein monumentales Schauspiel.
Mehr Informationen zu weiteren Veranstaltungen gibt es online unter www.spectakulum.de. (kgb)



Kölner Stadt Anzeiger Dienstag den 07.08.2007

Finstere Pest-Prozession

"Spectaculum" zeigt Facetten des Alltags im Mittelalter

Mehr als 800 Mitarbeiter touren mit Deutschlands größter Mittelalter-Veranstaltung durch die Lande. Sie lockt Tausende von Besuchern an.

VON OLIVER GÖRTZ

Fühlingen - An der sonst so beschaulichen Bahn-Haltestelle Merkenich steigen etliche edle Damen mit wallenden Gewändern aus, dazu viele weiß geschminkte Gothic-Fans und dutzende langhaarige Heavy-Metal-Jungs - und pilgern zum Fühlinger See. Ist etwa schon Karneval? Nach dem "Summer Jam"-Festival nun ein Rock-Konzert? Nein, auf den Wiesen neben der Regatta-Bahn steigt das "Mittelalterlich Spectaculum", Deutschlands größte reisende Mittelalter-Veranstaltung. Tausende Freunde dieses angeblich "dunklen" Zeitalters sind dafür aus ganz Nordrhein-Westfalen zum Fühlinger See gekommen.

Am Eingang wird erst einmal Geld gewechselt. Denn mit dem Euro kommt man beim "Spectaculum" nicht weit, hier wird mit Goldtalern bezahlt. Mit der Währung kann man sich an knapp 100 Ständen mit allem versorgen, was das Mittelalterherz begehrt: Schmiede, Wollspinner, Glasbläser, Korbmacher und Besenbinder zeigen ihr Handwerk und bieten ihre Ware feil. Wer etwas Kaltes im Hörnchen bestellt, der bekommt kein Eis, sondern ein kühles Met in einem langen Tierhorn. "Wir haben acht Met-Sorten", erklärt eine Verkäuferin. Neben dem klassischen Honigwein gibt es unter anderem die Variante Kaktus-Feige und das "Drachen-Met" - "mit Chili, schön scharf", lächelt die Dame vor dem Fass.

Doch der Reigen aus dem 13. Jahrhundert ist keine reine Verkaufsveranstaltung. Ein Showprogramm wird ebenfalls geboten. 18 Künstler zeigen Feuer-Aufführungen, erzählen Märchen für Kinder oder geben Konzerte auf Instrumenten wie der "Zister", eine Art Gitarre, oder der so genannten "kleinen Hummel", einer Mini-Variante des Dudelsacks. Das Ritter-Turnier mit Lanzenkämpfen, das im vergangenen Jahr noch im Programm war, ist einer nicht minder spektakulären Jagd-Show gewichen. Professionelle Stuntmen zu Pferd schießen im gestreckten Galopp mit Pfeil und Bogen auf eine Schweine-Attrappe, ein Falkner führt seine abgerichteten Raubvögel vor. Zudem gibt es spannende Schwertkämpfe zu sehen. "Jede Bewegung ist genau einstudiert. Das wäre sonst viel zu gefährlich", sagt Spectaculum-Sprecher Edwin Beil, und ruft einer leicht verwirrten Besucherin im Sommerkleidchen ein fröhliches "Gott zum Gruße, Weib" zu.

Solche Anrede hätte Regina Jumpertz nicht gewundert. "Das Mittelalter ist einfach spannend", sagt die Kölnerin. Sie trägt ein selbstgenähtes Kleid, das dem einer Gräfin des ausgehenden 13. Jahrhunderts nachempfunden ist. Aus dieser Zeit stammt auch ihre opulente Kopfhaube, auf der sie echte Bernstein-Stücke angebracht hat. Ihre Bekannte Sarah Msaad hat sich als Elfe angezogen. Sie hat sich spitze Ohren angeschminkt, trägt einen Bogen und ein aufwändiges grünes Kleid. Das Gewand hat sie aber einer sehr neuzeitlichen Erfindung zu verdanken. "Das habe ich im Internet bestellt", lacht sie.

Insgesamt 800 Männer und Frauen aus ganz Europa touren mit dem "Spectaculum" durch Deutschland und Österreich. Ein Teil von ihnen macht beim gruseligen "Pestumzug" mit. Nach Einbruch der Dunkelheit zieht eine finstere Prozession über das Festivalgelände, bei der Leichenkarren geschoben werden und schaurig geschminkte Darsteller sehr deutlich zeigen, wie schlimm die Seuche gewesen sein muss.
www.ksta.de/fotoline


Kölner Stadt Anzeiger Dienstag den 08.08.2006




Kölner Rundschau Montag den 07.08.2006

 


 


Mittelalterlichen Veranstaltung

 



03.05.2005
Ressort: QS
Meth und Mäuse-Rondell
Beim "Spectaculum" gab es Einblicke ins Mittelalter
 

Rund 15 000 Zuschauer kamen zur größten mittelalterlichen Veranstaltung Deutschlands an den Fühlinger See.

VON OLIVER GÖRTZ

Fühlingen - "Mein Herr, was ist euer Begehr?" - so wird man selten an einem Imbiss-Stand empfangen. Auf zwei Wiesen am Fühlinger See jedoch war solch ungewöhnliche Sprache des öfteren zu hören. Denn dort fand das "Mittelalterlich Spectaculum" statt. Kostümierte Gaukler, Burgfräuleins und Herolde, hölzerne Marktstände, Met-Buden und ein Ritterturnierplatz - drei Tage lang konnten die Besucher einiges darüber erfahren, wie die Menschen des ausgehenden Mittelalters gelebt haben. Oder ebenfalls ein altertümliches Deutsch sprechen und dem Herrn am Imbisstand antworten: "Nun, Meister des Grills, ein vortrefflich Würstchen, bitte."

Seit zwölf Jahren tingelt das laut Veranstalter "größte Mittelalter-Kultur-Event Deutschlands" durch die Republik. Nun war es erstmals in Köln. Rund 1000 "Darsteller", wie Organisator Gisbert Hiller seine Angestellten nannte, liefen in mittelalterlichen Kostümen über die Wiesen am See. "Darsteller" ist durchaus nicht übertrieben, denn viele von ihnen tauchten komplett ein in ihre Rolle als Hexe, Bettler, Wahrsager oder Edelmann.

120 Marktstände und Buden wurden aufgebaut, in denen Kleidung, Spielzeug, Schmuck oder Töpfereien verkauft wurden. Gaukler verführten die Besucher zu Glücksspielen wie dem "Maus-Rondell": Ein verschlagen aussehender Mann forderte sie auf, Geld auf ein echtes kleines Mäuschen zu verwetten. Er platzierte den Nager in die Mitte einer runden Holz-Arena mit vielen kleinen Toren. Nachdem die Zocker zuvor auf einen Eingang getippt hatten, verfolgten sie gespannt, für welches Loch sich die Maus entschied. Der Einsatz betrug einen "Silberling", wie die gängige Währung auf dem Fest hieß, was aber gleichbedeutend war mit einem Euro.

Insgesamt 16 "Silberlinge" mussten die Besucher zahlen, um sämtliche Attraktionen erleben zu dürfen. Dazu gehörte auch das Turnier der "Löwenritter". Mit Lanzen ritten die Kontrahenten aufeinander zu, bis einer von ihnen spektakulär aus dem Sattel fiel, sie zielten mit Speeren auf brennende Jute-Säcke oder ließen Schwerter und Morgensterne gegeneinander rasseln. "Keine Sorge", erklärte Veranstalter Hiller, "das sind ausgebildete Stuntmen." Profis also, und solche waren auch die Künstler, die das allabendliche Varietee-Programm "Traumspektakel" aufführten. Auf einer Bühne direkt am Seeufer gab es mittelalterliche Gesänge, Possenreißer oder Akrobatik zu bestaunen. Die "Seelenfunken" waren auch dabei. Allerdings ohne Märsche und Stippeföttche, sondern mit eine wilden Show aus Feuerschlucken und Jonglage.

Dem Chorweiler Bezirksvorsteher Hans Heinrich Lierenfeld wurde die Ehre zuteil, gemeinsam mit dem "Marktvogt" von einem Holzturm aus das Fest zu eröffnen. "Seid gegrüßet", sprach der edle Herr Bezirksvorsteher amüsiert zu den Zuschauern und gab das Startsignal. Ihm zu Ehren führten die Marktleute einen mittelalterlichen Tanz auf, den Lierenfeld vom Turm aus mit seinem Mobiltelefon fotografierte. Damit verstieß er gleich gegen zwei Regeln der Veranstaltung: Handys, so wurde es an der Eingangs-Kasse erklärt, seien "nicht mittelalterlich genug" und deshalb eigentlich verboten. Zweitens waren Kameras nicht gerne gesehen auf dem Gelände. Denn wer den Fotoapparat zückte, wurde von den Teilnehmern mit der nicht ganz ernst gemeinten Aufforderung, "hinfort mit dem Seelenfänger" zurechtgewiesen.

Neben den professionellen Künstlern und Marktbeschickern waren 30 "Heerlager" zu Gast beim Mittelalter-Reigen. Dazu gehören Historien-Vereine und Mittelalter-Klubs, deren kostümierte Mitglieder in der Zeltstadt sozusagen als Statisten fungierten und "mittelalterliche Lebenskultur vermitteln", wie Hiller erläutert. Manchen Besuchern musste indes nicht mehr viel vermittelt werden. Sie kamen in Filz- oder Leinenkostümen, hatten Ledertaschen oder (stumpfe) Schwerter umgehängt und konnten so ihrem Hobby "Mittelalter leben" unter Gleichgesinnten frönen. Entspannt saßen sie in den "Meth-Tavernen" und genehmigten sich einen Tonkrug voll dieses Getränks, das als Vorläufer des Biers gilt; Kinder rannten mit hölzernem Ritterspielzeug umher, andere beobachteten Schmiede, Korbflechter und weitere Handwerker bei ihrer Arbeit oder lagen einfach nur in der Sonne.

Rund 15 000 Zuschauer, schätzen die Veranstalter, kamen zum Kölner "Spectaculum". Im nächsten Jahr soll das Fest erneut stattfinden. Auch Bezirksvorsteher Lierenfeld glaubt an die Zukunft des Events: "Ich denke, dass sich die Veranstaltung hier etablieren kann."

www.spectaculum.de

 

Gaukler verführten

die Besucher zu

Glücksspielen, der

Einsatz betrug einen "Silberling"

 

Rasante Duelle beim "Turnier der Löwenritter", einem der Höhepunkte des "Mittelalterlich Spectaculum" am Fühlinger See, lieferten sich die Darsteller. Die "Ritter" sind professionelle Stuntmen. BILD: GÖRTZ


 



03.05.2005
Ressort: QS
Kleiner Umtrunk in der Meth-Taverne
Beim "Spectaculum" erfuhren die Besucher vieles über das Leben im Mittelalter
 

Rund 15 000 Zuschauer kamen zur größten mittelalterlichen Veranstaltung Deutschlands an den Fühlinger See.

VON OLIVER GÖRTZ

Fühlingen - "Mein Herr, was ist euer Begehr?" - so wird man selten an einem Imbiss-Stand empfangen. Auf zwei Wiesen am Fühlinger See jedoch war solch ungewöhnliche Sprache des öfteren zu hören. Denn dort fand das "Mittelalterlich Spectaculum" statt. Kostümierte Gaukler, Burgfräuleins und Herolde, hölzerne Marktstände, Met-Buden und ein Ritterturnierplatz - drei Tage lang konnten die Besucher einiges darüber erfahren, wie die Menschen des ausgehenden Mittelalters gelebt haben. Oder ebenfalls ein altertümliches Deutsch sprechen und dem Herrn am Imbisstand antworten: "Nun, Meister des Grills, ein vortrefflich Würstchen, bitte."

Seit zwölf Jahren tingelt das laut Veranstalter "größte Mittelalter-Kultur-Event Deutschlands" durch die Republik. Nun war es erstmals in Köln. Rund 1000 "Darsteller", wie Organisator Gisbert Hiller seine Angestellten nannte, liefen in mittelalterlichen Kostümen über die Wiesen am See. "Darsteller" ist durchaus nicht übertrieben, denn viele von ihnen tauchten komplett ein in ihre Rolle als Hexe, Bettler, Wahrsager oder Edelmann.

120 Marktstände und Buden wurden aufgebaut, in denen Kleidung, Spielzeug, Schmuck oder Töpfereien verkauft wurden. Gaukler verführten die Besucher zu Glücksspielen wie dem "Maus-Rondell": Ein verschlagen aussehender Mann forderte sie auf, Geld auf ein echtes kleines Mäuschen zu verwetten. Er platzierte den Nager in die Mitte einer runden Holz-Arena mit vielen kleinen Toren. Nachdem die Zocker zuvor auf einen Eingang getippt hatten, verfolgten sie gespannt, für welches Loch sich die Maus entschied. Der Einsatz betrug einen "Silberling", wie die gängige Währung auf dem Fest hieß, was aber gleichbedeutend war mit einem Euro.

Insgesamt 16 "Silberlinge" mussten die Besucher zahlen, um sämtliche Attraktionen erleben zu dürfen. Dazu gehörte auch das Turnier der "Löwenritter". Mit Lanzen ritten die Kontrahenten aufeinander zu, bis einer von ihnen spektakulär aus dem Sattel fiel, sie zielten mit Speeren auf brennende Jute-Säcke oder ließen Schwerter und Morgensterne gegeneinander rasseln. "Keine Sorge", erklärte Veranstalter Hiller, "das sind ausgebildete Stuntmen." Profis also, und solche waren auch die Künstler, die das allabendliche Varietee-Programm "Traumspektakel" aufführten. Auf einer Bühne direkt am Seeufer gab es mittelalterliche Gesänge, Possenreißer oder Akrobatik zu bestaunen. Die "Seelenfunken" waren auch dabei. Allerdings ohne Märsche und Stippeföttche, sondern mit eine wilden Show aus Feuerschlucken und Jonglage.

Dem Chorweiler Bezirksvorsteher Hans Heinrich Lierenfeld wurde die Ehre zuteil, gemeinsam mit dem "Marktvogt" von einem Holzturm aus das Fest zu eröffnen. "Seid gegrüßet", sprach der edle Herr Bezirksvorsteher amüsiert zu den Zuschauern und gab das Startsignal. Ihm zu Ehren führten die Marktleute einen mittelalterlichen Tanz auf, den Lierenfeld vom Turm aus mit seinem Mobiltelefon fotografierte. Damit verstieß er gleich gegen zwei Regeln der Veranstaltung: Handys, so wurde es an der Eingangs-Kasse erklärt, seien "nicht mittelalterlich genug" und deshalb eigentlich verboten. Zweitens waren Kameras nicht gerne gesehen auf dem Gelände. Denn wer den Fotoapparat zückte, wurde von den Teilnehmern mit der nicht ganz ernst gemeinten Aufforderung, "hinfort mit dem Seelenfänger" zurechtgewiesen.

Neben den professionellen Künstlern und Marktbeschickern waren 30 "Heerlager" zu Gast beim Mittelalter-Reigen. Dazu gehören Historien-Vereine und Mittelalter-Klubs, deren kostümierte Mitglieder in der Zeltstadt sozusagen als Statisten fungierten und "mittelalterliche Lebenskultur vermitteln", wie Hiller erläutert. Manchen Besuchern musste indes nicht mehr viel vermittelt werden. Sie kamen in Filz- oder Leinenkostümen, hatten Ledertaschen oder (stumpfe) Schwerter umgehängt und konnten so ihrem Hobby "Mittelalter leben" unter Gleichgesinnten frönen. Entspannt saßen sie in den "Meth-Tavernen" und genehmigten sich einen Tonkrug voll dieses Getränks, das als Vorläufer des Biers gilt; Kinder rannten mit hölzernem Ritterspielzeug umher, andere beobachteten Schmiede, Korbflechter und weitere Handwerker bei ihrer Arbeit oder lagen einfach nur in der Sonne.

Rund 15 000 Zuschauer, schätzen die Veranstalter, kamen zum Kölner "Spectaculum". Im nächsten Jahr soll das Fest erneut stattfinden. Auch Bezirksvorsteher Lierenfeld glaubt an die Zukunft des Events: "Ich denke, dass sich die Veranstaltung hier etablieren kann."

www.spectaculum.de

 

Rasante Duelle beim "Turnier der Löwenritter", einem der Höhepunkte des "Mittelalterlich Spectaculum" am Fühlinger See, lieferten sich die Darsteller auf ihren Pferden. Die "Ritter" sind in Wahrheit professionelle Stuntmen. BILDER: GÖRTZ

 

"Sehet und staunet", riefen die Gaukler und unterhielten die Besucher mit ihren Kunststücken.

 

Hans Heinrich Lierenfeld (l.) und der "Marktvogt".


 



02.05.2005
Ressort: LO
SCHWEISSTREIBENDES SPEKTAKEL
 

In mittelalterlichen Kostümen schwitzen die Akteure am heißesten Tag des Jahres - möglichst luftig gekleidet dagegen genossen die rund 15 000 Zuschauer das Geschehen am Fühlinger See: Das "Mittelalterlich Spectaculum", das laut Veranstalter größte Event dieser Art Deutschlands, baute auf seiner republikweiten Tournee seine bunten Zelte in Köln auf. Gaukler und Herolde, Burgfräulein und Hexen - rund 1000 Darsteller in historischen Kostümen versetzten die Besucher zurück in die Zeit von vor 700 Jahren. "Es ist das größte Fest, das wir je aufgebaut haben", so Spectaculum-Organisator Gisbert Hiller. In 120 Marktständen und Buden konnte Schmieden, Kürschnern, Töpfern und anderen Handwerkern bei der Arbeit zugeschaut werden. Jeden Tag fand ein Ritterturnier statt, bei dem wagemutige Edelmänner zu Pferd mit Lanze, Schwert und Morgenstern Kopf und Kragen riskierten. Auf der Bühne direkt am Seeufer wurde allabendlich ein Varieté mit Akrobatik, Feuershow und Jonglage aufgeführt. Am Ende wurde es dann richtig gruselig: Beim "Pest-Umzug" wandelten ziemlich lädiert aussehende, geschminkte "Aussätzige" durch die Finsternis am Fühlinger See und wurden als (geschauspielerte) Tote auf Karren geladen und fortgeschafft. Es heißt im Volksmund eben nicht umsonst "das dunkle Mittelalter." OG/BILD: GRÖNERT