Bilder und Berichte vom
RED BULL FLUGTAG 10.09.2006

Von AXEL HILL
Köln – Sie planen, hämmern, bohren – und am Ende soll das Resultat auch noch abheben. Sieben Kölner Teams werden beim Red Bull Flugtag am 10. September mit ihren selbstgebauten fliegenden Kisten in die Luft gehen. Am Samstag stellten sie sich vor.
Zum Beispiel das Team „Départure Köln/Bonn. Der Name lässt es ahnen: Ulrich Stiller und seine Mitstreiter arbeiten am Flughafen. Ein bisschen sieht ihre Arbeit schon wie ein Flugzeug aus: „Aber der Flieger ist zu schwer geworden“, sagt Stiller. Die Vorgaben sind klar: Gewicht nicht höher als 180 Kilo, Spannweite höchstens acht Meter.
In Sachen Form sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: Beim Team der „Stadthalle Köln-Mülheim“ wird es ein Delphin. Beim „Geißbock Team Leeve Jung“ soll’s ein Hennes werden. „Nachdem der FC ja versehentlich abgestiegen ist, wollen wir den Geißbock erstklassig vertreten“, verspricht Team-Chef Frank Jordans. „Air Cologne“ will einen Poldi bauen. „Aber damit ist der Drache aus der Kinderserie »Hallo Spencer« gemeint“, erklärt Ingo Wieck.
Die „Pirates of the Sky“ haben sich vom „Fluch der Karibik“ inspirieren lassen, ihren Flieger nennen sie „Black Pearl“ nach Johnny Depps Schiff im Film. „Je nachdem wie schlecht ich fliege, werde ich dann nur der Depp sein“, erzählt Pilot Rainer Macherey lachend.
Doch eigentlich sollen die Flugkörper möglichst lange in der Luft bleiben, nachdem sie von der sechs Meter hohen Rampe abgehoben sind. Den Rekord hält ein Team aus Österreich mit fast 45 Meter. Doch die meisten stürzen fast senkrecht ins Wasser – zur Freude des Publikums. Fotos: Patric Fouad (4)/Uwe Weiser (4)Air Cologne“ will mit einem Drachen antreten, dessen Flügel sich im Flug ausbreiten.Bislang gibt es beim Team „Hai-Tec“ nur einen Korpus, aber viele, viele Berechnungen im Computer.






Gebt dem Mann ein Mikro und er hört nicht auf zu reden: Klar, dass Guido Cantz eine prima Wahl ist, um beim Red Bull Flugtag am 10. September die 44 Teams vorzustellen und deren Flugversuche zu kommentieren. Unterstützt wird er von Ken Jebsen, Annett Fischer und Radio-Köln-Frau Claudia Barbonus.
Und Guido hat Erfahrung: Er war schon beim letzten Red Bull Flugtag vor zwei Jahren in Hamburg dabei. „Ein unglaubliches Event! Wo sonst stürzen sich Leute mit etwas Selbstgebasteltem ins Wasser? Da wird jeder zu einem kleinen Held – und wird vom Publikum gefeiert, auch wenn er nur ein paar Meter weit fliegt“, schwärmt er.
„Ich habe immer gesagt, dass muss man unbedingt auch in Köln machen.“ Gesagt, getan, in zwei Wochen geht’s am Fühlinger See los – auch sieben Kölner Teams sind am Start.
„Die einzelnen Teams sind so unglaublich kreativ und motiviert – nicht mit ihrem Fluggerät, sondern mit ihrem ganzen Auftritt: Sie suchen sich Musik aus, basteln Kos tüme und machen eine Choreographie, die sie oben auf der Rampe vorführen.“
Aber das Schöne bei der schrägen Flugschau ist der quasi olympische Gedanke: „Gewinnen steht da nicht im Vordergrund“, so Cantz. Die Verbissenen werden eher schon mal abgestraft: „Da ist eine nette Schadenfreude dabei, wenn jemand direkt von der sechs Meter hohen Rampe runter ins Wasser fliegt.“
Die Frage aller Fragen: Guido, würdest du auch abheben wollen? „Das ist nicht ohne, ich würde zweimal drüber nachdenken“, so die leicht zögerliche Antwort. „Aber ich würde das schon machen – ich könnte mir auch vorstellen mit ein paar Kumpels so ein Gerät zu bauen.“
RED BULL FLUGTAG
Tolle Typen & schräge Vögel
Köln – Bei diesem Wetter im Wasser landen? Wunderbar! Bei satten 28 Grad Luft- und laut DLRG fast 20 Grad Wassertemperatur, Sonnenschein und einem lauen Lüftchen strömten 100 000 Zuschauer zum Fühlinger See, um die tollkühnen Flieger und ihre schrägen Fluggeräte beim 6. Red-Bull-Flugtag zu bejubeln. Eigentlich hätte es statt Flugtag besser Sturztag heißen müssen. Denn für viele der selbstgebauten Maschinen ging es im direkten Sturzflug runter von der Rampe... Gerade mal 40 Zentimeter schaffte das Drachen-Skateboard des Münchners Beni. Auch ein anderer Bayer hatte Pech: Josef aus Ellbach blieb mit seiner Libelle an der Rampe hängen. Aber ihm – wie auch allen anderen Piloten – ist nichts passiert. Mit ein paar Zentimetern lässt sich leider nicht gewinnen, denn die Flugweite war neben dem Applaus und dem Juryeindruck eines der Bewertungs-Kriterien. Die Weitesten: Der fliegende Hai von dem Kölner „Hai-Tec-Team“ mit 15,43m! Das Team belegte am Ende nur den 2. Platz (15,3 Punkte) hinter den „Kappenbirds“ aus Bergisch Gladbach (14,7 Meter, 15,6 Punkte), die mit einer fliegenden Karnevalsmütze gestartet waren.
Optisch die schönsten Flieger: Der Kölschkranz der Omega Kallenkiller aus Troisdorf und die Kirche des Teams „Wir sind Papst“ aus Werl – die hätte sogar den Segen von Benedikt XVI. bekommen. Außerdem gab es Punkte von der Promi-Jury, unter anderem von Smudo, Ralf Richter und Ex-Boxer Torsten May, der gestern seinen 37. Geburtstag feierte. Und Ralf gab den „Richter Gnadenlos“: „Sie hätten sich halt besser festhalten müssen“, begründete er seinen magere Wertung von einen Punkt für das Team Aeronauten. Ihr Flieger war von einem Windstoß erfasst worden und seitlich von der Rampe geweht. |





Es gibt Dinge im Leben, die dauern nur wenige Augenblicke. So war es gestern auch mit den tollkühnen Männern und Frauen in ihren fliegenden Kisten. Da haben sie wochen- und monatelang getüftelt und gebastelt.
Und dann war nach ein paar kurzen Sekunden alles vorbei. Am Ende kam der richtig bittere Teil für die Teams: Das Verschrotten ihrer schönen Flieger.
Was kaputt und unbrauchbar war, landete direkt im einem riesigen Müllcontainer. Was noch erhaltenswert erschien, wurde den Teams zum Abholen zurechtgelegt.
Auch Pilot Martin aus Oberhausen muss von seiner wunderschönen fliegenden
Stradivari Abschied nehmen – mit dem Vorschlaghammer: „Die Räder können wir
vielleicht noch für einen Bollerwagen oder eine Schubkarre gebrauchen.“
Von AXEL HILL
Köln – Fliegt es oder macht es platsch? Am Sonntag zeigt sich beim Red-Bull-Flugtag, ob die Flieger Marke Eigenbau schön weit gleiten – oder direkt von der sechs Meter hohen Rampe senkrecht in den See donnern. Am Samstag rückten die 40 Teams aus ganz Deutschland am Fühlinger See an.
Schon komplett mit allem fertig: die Kappenbirds aus Bergisch Gladbach mit ihrer fliegenden Karnevalskappe.
Aber in vielen Zelten, die als Hangars für die Flieger dienen, wird noch gehämmert, geklopft und geklebt. Zum Beispiel beim Team „Air Cologne“. „Wir mussten unseren Drachen Poldi für den Transport wieder auseinandernehmen“, erzählt Pilot Ingo Wieck.
Nebenan bei den „Omega Kallenkiller“ aus Troisdorf wird rund um den Kölschkranz noch fleißig gepinselt. „Aber bis morgen früh sind wir fertig“, ist sich Javier sicher.
Das müssen sie auch. Punkt elf Uhr gibt Moderator Guido Cantz den Startschuss die Flug-Show. Die Eröffnungsnummer wurde am Samstag schon mal mit Regisseur Uwe Maas geprobt: Dafür mussten die Teams alle auf die Rampe – und bekamen zum ersten Mal hautnah zu spüren, wo es dann runter geht.
„Aber das war gar nicht so schlimm, ich hab mir das echt höher vorgestellt“, sagt Michaela von den „Flying Baby’s“ erleichtert. Sie ist eine von zwei weiblichen Pilotinnen. „Meine Jungs haben sofort gesagt, ich müsste fliegen, weil ich die leichteste sei“, erzählt sie lachend.
Um 11.30 Uhr startet der erste Flieger. Gegen 16 Uhr wird bekannt gegeben, wen die 12-köpfige Jury um Smudo, Steffen Wink und Showi (Massive Töne) zum Sieger gekürt hat.
Der Eintritt am Fühlinger See ist frei. Ebenfalls kostenlos: Parkplätze und der Busshuttle von der Haltestelle Wilhelm-Sollmann-Straße (Linie 12/15).






Die öffentlichen Zuschauerflächen befinden sich um den See auf der dunkelgrünen Fläche (siehe Skizze). Zwei Großbildleinwände übertragen die Live-Kameraeinstellungen von der Rampe.
Die 40 Hangars der teilnehmenden Teams sind auf der Festivalinsel direkt an der Rampe angeordnet. Am Bergheimer Weg und am FORD Areal stehen 20.000 Parkplätze kostenlos zur Verfügung.
Natürlich gibt es auf dem ganzen Gelände Stände, die die Zuschauer mit Essen und Getränken versorgen. Der Fühlinger See ist aus der Innenstadt innerhalb von 20 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Von der Wilhelm-Sollmann-Straße aus fahren zwischen 09.30 und 18 Uhr kostenfreie Shuttlebusse zum Ort des Geschehens. Die Wilhelm-Sollmann-Straße erreicht man vom Ebertplatz (2 Stationen vom Hbf. entfernt) mit den Linien 5 und 12.
Aufgrund der erwarteten Besucherzahlen wird empfohlen früh anzureisen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Der Ablauf
10 Uhr: Einlass
11 Uhr: Eröffnungszeremonie
11.30 Uhr: Rampe frei für die tollkühnen Hobbypiloten
16 Uhr: Die Jury verkündet die Sieger
Musik-Act: Reggae-Künstler Martin Jondo
Der 6. Red Bull Flugtag am 10. September wird ein Flughighlight der Superlative. 100.000 Zuschauer werden erwartet, wenn sich die mutigen Piloten zum Start klar machen, um von der sechs Meter hohen Rampe über dem See abzuheben.
Dabei sind die insgesamt 40 Teams und ihre Flugobjekte die fliegenden Stars, die den ganzen Tag im Mittelpunkt stehen.
Ob „Bavarian Flower Power“, „Die Dinoraiders“, „10Chaoten“ oder „Departure Köln Bonn“ – gewinnen wird hier nur, wer neben dem originellsten Fluggerät auch noch am weitesten fliegen kann und sowohl Publikum als auch die flugbegeisterte Jury von sich überzeugen kann.
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| Die Tänzer vom Flughafen |
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Das Team vom Flughafen Köln/Bonn hat’s gut: Ihr Flieger ist
mit Profi-Unterstützung gebaut worden und fertig. „Aber dafür müssen wir
noch an unserem Tanz feilen, den wir auf der Rampe machen“, erzählt Birgit
Strecker (r.). |
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