Geschichte

Köln - Fühlinger See

das Naherholungsgebiet im Kölner-Norden

 
 Überarbeitet am 24. April 2008

Wer sich für die Geschichte von Fühlingen und dem Umland interessiert sollte sich auf den Internetseiten des Bürgervereins Fühlingen umschauen.

 
Fühlinger See ein Naturkuriosum --  Bericht -- Originalbericht in PDF
Berichte vom Bürgervein Fühlingen
 

Infos aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Fühlingen und Fühlinger See, wie alles begann.

Fühlingen ist ein nördlicher Stadtteil von Köln im Stadtbezirk Chorweiler. Am 31. Dezember 2005 lag die Einwohnerzahl bei 2.077.
Überregional bekannt ist Fühlingen durch das südlich des Ortes gelegene Naherholungsgebiet Fühlinger See.

Lage

Der Ort liegt im linksrheinischen Norden der Stadt, etwa 2 km vom Rhein entfernt.

Geschichte

Durch seine Lage als hochwassersicherer Hügel westlich des Rheins wurde Fühlingen schon sehr früh besiedelt. Archäologische Funde von Siedlungsspuren gehen bis in die Jungsteinzeit zurück. Im Gebiet des Fühlinger Sees gab es zur Römerzeit mehrere Ziegeleien. Im Mittelalter lag der Ort im Schatten des größeren, nördlich gelegenen Worringen und bestand nur aus einigen Bauernhöfen. Die zuständige Pfarrkirche war St. Amandus in Rheinkassel. In Fühlingen befand sich nur eine kleine Kapelle.

Im 19. Jahrhundert errichtete die Bankiersfamilie Oppenheim wenige hundert Meter südlich des Ortes ein Gestüt mit eigener Pferderennbahn zu Trainingszwecken. Mit dem Erlös aus dem Grundverkauf war es der Fühlinger Bevölkerung möglich, 1887 die eigene Kirche, St. Marien, zu errichten. Auch ein kleines Schulgebäude entstand. In St. Marien war der spätere Kölner Erzbischof Joseph Frings einige Jahre als Pfarrrektor tätig.

Im Jahre 1922 wurde die Bürgermeisterei Worringen, zu der auch Fühlingen gehörte, nach Köln eingemeindet. Der zweite Weltkrieg ließ den Ort trotz seiner Nähe zu den Chemiewerken in Leverkusen und Dormagen, sowie den in der Umgebung Fühlingens stationierten Flak-Batterien fast unversehrt.

Kreuzungspunkt der ehemaligen Alwegbahntrasse mit der Neusser Landstraße

Kreuzungspunkt der ehemaligen Alwegbahntrasse mit der Neusser Landstraße

Ende der 1950er Jahre wurde bei Fühlingen eine Teststrecke für die Alwegbahn, eine Einschienenbahn, errichtet. Die Teststrecke wurde 1967 wieder abgerissen. Gegen Mitte der 1960er Jahre plante die Stadt Köln, den ganzen Ort abzureißen, um eine grüne Trennungsschneise zwischen der geplanten Industrieschiene längs des Rheins und der Wohnbebauung der "Neuen Stadt" Chorweiler zu errichten. Nach heftigen Protesten der Anwohner wurde der Plan 1973 wieder fallen gelassen.

Gegenwart

Immer noch weist der Ort dörfliche Strukturen auf, obwohl am Westrand ein größeres Neubaugebiet entstand und auch innerhalb des Ortes zahlreiche Ein- und Zweifamilienhäuser entstanden. Durch die Siedlungsstruktur, die überschaubare Größe und die Lage inmitten von Feldern und am Fühlinger See ist der Ort ein beliebtes Wohngebiet. Problematisch ist allerdings die Verkehrsstruktur: Die Bundesstraße 9 führt mitten durch den Ort; die schon seit mehr als 30 Jahren geplante Umgehungsstraße wurde bis heute nicht realisiert.

 

Das Naherholungsgebiet Fühlinger See

Ab dem Jahr 1912 wurde in der Fühlinger Heide Kies ausgebaggert, der für den Bau der Bahnstrecken Köln-Aachen und Köln-Krefeld benötigt wurde. Die Gruben füllten sich aufgrund des nahe gelegenen Rhein und dem unterirdischen alten Rheinarm schnell mit Grundwasser. Bereits in den 1930er Jahren kamen Badegäste in den Kölner Norden.
Das Naherholungsgebiet Fühlinger See im Kölner Norden entstand ab 1967 durch die Rekultivierung mehrerer Kiesgruben im Bereich eines ehemaligen Rheinarmes. Der Fühlinger See besteht aus einer Vielzahl miteinander verbundener Seen. 7 Seen fassen eine Regattastrecke für den Wettkampf- und Trainingsbetrieb ein. Die einzelnen Seen sind hierbei für unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten vorgesehen: ein See für Freibad und Sporttauchen, ein Angelsee, ein Surfsee und drei Bade- und Bootsseen und ein Rudern- und Kanu-See zum An- und Ablegen mit Durchfahrt zur Regattastrecke.

Die Regattastrecke hat eine Gesamtlänge von 2300 m und ist 130 m breit; sie hat eine Tiefe von bis zu 15 m. Auf ihr stehen 6 Bahnen á 2000m zur Verfügung. Eine siebte Bahn dient der Zufahrt zum Startbereich. Finden keine Regatten auf der Regattastrecke statt, so gilt, dass die Bahnen 7, 6 und 5 nur in Fahrrichtung Start, die Bahnen 1, 2 und 3 nur in Fahrrichtung Ziel befahren werden dürfen. Die Bahn 4 ist für das Training gesperrt. Diese Regelung dient zur Kollisionsvermeidung und ermöglich eine weitgehend sichere Durchführung der Trainingseinheiten.

Da der See vom Grundwasser gespeist wird und weniger als 2 km vom Rhein entfernt liegt, sind die Schwankungen des Wasserspiegels für einen See ohne Zu- und Abflüsse beträchtlich: Sie liegen bei bis zu 2 m.

Neben Wassersportaktivitäten lädt die Sport- und Erholungsanlage Fühlinger See auch zum Inlinern und spielen von Beachvolleyball ein. Das 84 ha umfassende Landschaftsschutzgebiet wird von insgesamt 19 km langen Gewegen durchzogen.

Der Fühlinger See dient auch als Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte und ähnliches. So findet alljährlich im Juli das Reggae Festival Summerjam statt.

An heißen Sommerwochenenden befinden sich bis zu 80.000 Menschen am und im Wasser des Sees, was für die Wasserqualität problematisch ist.

 

Veranstaltungen am Fühlinger See

Im Jahr 1998 fand auf der Regattastrecke die Ruder-Weltmeisterschaft statt. In den vorangehenden Jahren war die Strecke bereits Schauplatz der Junioren- und der Senioren-Weltmeisterschaften.

Auch zahlreiche Deutsche Meisterschaften im Kanurennsport wurden hier ausgetragen.

Neben Wassersportaktivitäten lädt die Sport- und Erholungsanlage Fühlinger See auch zum Inlineskaten und Beachvolleyball ein. Das 84 ha umfassende Landschaftsschutzgebiet wird von insgesamt 19 km langen Gehwegen durchzogen.

Der Fühlinger See dient auch als Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte und ähnliches. So findet alljährlich im Juli das Reggae Festival Summerjam statt.

Am 10. September 2006 fand am Fühlinger See der 6. Red Bull Flugtag statt. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich weit über 135.000 Menschen ein, um die 40 selbstgebauten Flugobjekte zu bestaunen.

Als Veranstaltungsort für Triathlon-Rennen dient das Gelände regelmäßig seit 1984, als dort die ersten Europameisterschaften über die Langdistanz ausgerichtet wurden.

Die Alwegbahn befand sich auf dem Gelände des Fühlinger See`s.

Alwegbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Alwegbahn ist die Bezeichnung einer stehenden Einschienenbahn-Bauart. Sie setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Namens von Axel Leonard Wenner-Gren zusammen, der erste Pläne hierzu vorlegte.

Die Alwegbahn fährt auf einem Betonbalken und umgreift den Fahrweg teilweise („Sattelbahn“). Dadurch rollen ihre Gummiräder an drei Seiten des Fahrwegs: Tragräder auf der Oberseite, Führräder an der Seite.

 

Geschichte

Das nie gebaute Frankfurter Alweg-Netz von 1959

Das nie gebaute Frankfurter Alweg-Netz von 1959

Ein funktionsfähiges Modell der Alwegbahn wurde 1952 in Köln-Fühlingen im Maßstab 1:2,5 gebaut.

1957 entstand an gleicher Stelle eine 1,6 km lange Versuchsstrecke im 1:1-Maßstab. Sie wurde bis 1967 mit Fahrzeugen betrieben und dann abgerissen (zu sehen in dem Film Fahrenheit 451 von François Truffaut). Ein 1959 für Frankfurt am Main vorgeschlagenes Alweg-System wurde zu Gunsten der U-Bahn nie verwirklicht. Auch in anderen Städten Europas gab es Alweg-Vorhaben die aber offenbar aus Gründen der damit verbundenen massiven Eingriffe ins Stadtbild nie verwirklicht wurden. Für Wien war etwa um 1960 eine Alweg-Bahn am Gürtel und über der Mariahilfer Straße- in Planung. Ungeachtet der Tatsache, dass Bürgermeister Felix Slavik das System favorisierte, entschied man sich letztlich für den teureren aber stadtbildschonenderen Bau einer U-Bahn.

Das Konzept der Alwegbahn fand vor allem in Asien, am meisten in Japan, Verwendung. Ein Lizenzvertrag für das System wurde mit Hitachi geschlossen. Hitachi baute mehrere asiatische Alweg-Bahnen, unter anderem in Tokio zum Flughafen Haneda, in Ōsaka, Kuala Lumpur und Singapur. Die Stadt Seattle in den USA hat seit 1962 eine Alwegbahn die jetzt erweitert werden soll. Auch auf Messen und in Freizeitparks (beispielsweise Disneyland) wurden Alwegbahnen gebaut.

 

Weblinks zur Alwegbahn, sehr Interessante Infos zu einer Einzigartigen Einschienenbahn.